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Dubai / Vereinigte Arabische Emirate (VAE)
Drehscheibe zwischen Orient und Okzident
Die vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben sich zum bedeutendsten Finanz- und Handelszentrum zwischen Europa und dem Mittleren Osten entwickelt. Heute sind die VAE neben Saudi-Arabien nicht nur der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Produkte in der arabischen Welt, sondern sie bieten deutschen Unternehmen auch eine interessante Investitionsplattform.
In der letzten Dekade hat sich die Wirtschaft der VAE verdoppelt. Das Bruttoinlandsprodukt steigerte sich im Jahre 2004 um real sieben Prozent, für 2005 wird mit einem vergleichbaren Wachstum gerechnet. Dieser Boom ist jedoch nicht nur auf die weltweit gestiegenen Erdölpreise, sondern insbesondere auf eine vorausschauende Wirtschaftspolitik zurückzuführen, wie unter anderem auf eine erfolgreiche Förderung des Dienstleistungssektors und eine expansive Immobilienentwicklung, die der Baubranche in den VAE einen weiteren Push geben.
Wichtige Handelsdrehscheibe
Dubai ist nach Hongkong und Singapur zum weltweit drittwichtigsten Re-Export-Standort avanciert. Dank ultramoderner (Flug-) Hafenfazilitäten in der Jebel-Ali-Freihandelszone können Luft- und Seefrachtgüter innerhalb kürzester Zeit umgeschlagen werden. Dubai will seine strategische Position ausbauen. Geplant sind der Ausbau des größten Hafens der Region (Jebel Ali) innerhalb der nächsten 25 Jahre und die Erweiterung des Dubai International Airports – dem momentan größten Flughafenprojekt weltweit.
Dubai: Bauwirtschaft boomt
Die emiratische Regierung investiert kräftig in die Aluminiumproduktion, in die Telekommunikation, Elektrizitätserzeugung und Infastruktur, in die Erweiterungen der Flughafenkapazitäten und Freihandelszonen sowie in den Tourismus und den Re-Export.
In den VAE und vor allem in Dubai boomt die Bauwirtschaft. Dies führt wiederum zu einer steigenden Nachfrage nach Infastrukturprojekten. Als Großprojekte sind hier der Bau von Kraftwerken, Meerwasserentsalzungsanlagen, Klärwerken, enormen Immobilienprojekten wie künstliche Inseln, Pipelines für Gas- und Wasser, Hochhäuser, Erlebnisparks, komplette Industrieanlagen, Flughafenerweiterungen und Flugzeugkäufe zu nennen. Die Industriealisierung ist ein Hauptanliegen des Emirates Abu Dhabi. Dafür werden besonders energieintensive Großanlagen wie die Produktion bzw. Verarbeitung von Stahl, Aluminium oder Magnesium gesucht; aber auch Zulieferbetriebe der Autoproduktion. Ein Teil der Diversifikationsstrategie Abu Dhabis ist ebenfalls der Ausbau der Tourismusindustrie. Verstärkt wird in den Luxus-Tourismus investiert. Die derzeitige Zahl von 5,4 Millionen Touristen in Dubai soll sich im Jahre 2010 auf 15 Millionen erhöhen. Der Erfolg im Tourismussektor trägt erheblich zum Bauboom bei.
Große Ölreserven
Erdöl bleibt der bislang bedeutenste Wirtschaftssektor der VAE. Die VAE besitzen 98 Milliarden Barrel an Ölreserven, die Förderquote des Landes beträgt derzeit rund 2,5 Millionen Barrel pro Tag und soll bis 2006 auf drei Millionen Barrel pro Tag erhöht werden. Bei der derzeitigen Fördermenge werden die Vorkommen an Erdöl und Erdgas laut Aussage der VAE-Regierung erst in 100 Jahren erschöpft sein.
Gute Handelsbeziehungen
2004 betrugen die deutschen Exporte in die VAE 3,5 Milliarden Euro und steigerten sich um über neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Löwenanteil, mit jeweils rund einem Viertel der deutschen Exporte, stellen Kraftfahrzeuge, elektrotechnische Erzeugnisse und Maschinen. Deutsche Unternehmen beteiligen sich am Bau von Kraftwerken, Meerwasserentsalzungsanlagen und Straßen, aber auch Mittelständler sind insbesonders für viele Nischenprodukte gefragte Partner.
Alternative Investitionsbedingungen
Die VAE bieten attraktive Investitionsbedinungen. Sie gelten als politisch sicherster Standort am Golf. Besonders energieaufwändige Produkte können dort kostengünstig hergestellt werden. Im Allgemeinen liegen in den Emiraten die Kosten im Industriebereich, in dem vor allem Arbeitskräfte aus Asien beschäftigt sind, auf dem Niveau von Osteuropa. Somit wird auch die Lohnfertigung inkl. Nutzung der vorhandenen internationalen Handelsdrehscheibe Dubai zu einem interessanten Thema für potenzielle Investoren. Die Wirtschaftsgesetzgebung ist liberal. Steuerfreiheit genießen alle Unternehmen mit Ausnahme von Banken, Öl- und Gasunternehmen. Ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland garantiert den steuerfreien Kapitaltransfer nach Deutschland. Freihandelszonen ermöglichen Handel, Produktion und Transport auf höchsten Niveau.
Hilfe bei Geschäftsanbahnung
Das Deligiertenbüro der Deutschen Wirtschaft in Dubai steht Unternehmen für deren Markteintritt als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung und bietet Serviceleistungen wie Marktstudien, Rechtsberatung, Geschäftspartnersuche bis hin zur kompletten Standortanalyse an. Mehr unter www.ahkdubai.com.
Jochen Clausnitzer |